IPTV im Heimnetzwerk

Meine ersten Versuche das DBV-S Signal im lokalen Netzwerk zu streamen waren nicht sehr erfolgreich. Das im Netzwerk eingebundene Synology NAS DS214play arbeitete nicht zufriedenstellen mit den vom Hersteller empfohlenen Hardwarekomponenten für IPTV zusammen.

Nach etwas Recherche habe ich dann einen SAT-to-IP Router gekauft. Der TELESTAR DIGIBIT R1 ist ein digitaler SAT-to-IP Umsetzer für 4 Teilnehmer. Im Prinzip schließt man das SAT Kabel direkt an den DIGIBIT R1 an. Vier Eingänge stehen insgesamt zur Verfügung. Die SAT-Signale werden von dem Gerät in IP-Signale umgewandelt und stehen dann im lokalen Netzwerk zur Verfügung. Abrufen kann man die gewandelten SAT-Signale mit IPTV-fähigen Endgeräten wie IPTV-Reveiver, PCs, Notebooks, Tablets, Smartphones oder auch aktuelle FLAT-TVs.

Derzeit habe ich zwei SAT-Kabel an den TELESTAR DIGIBIT R1 angeschlossen. Somit kann ich zwei SAT-Signale gleichzeitig im lokalen Netzwerk streamen. Auf dem PC und zeitgleich auch auf dem Smartphone oder Tablet. Die Wiedergabe auf dem Smartphone erfolgt mit der Elgato Sat>IP App. Die App gibt es für iOS und Android. Auf dem iPad 1 läuft die Elgato Sat>IP App allerdings nicht. Ebenso wenig auf dem Samsung Galaxy Tab 3. Auf meinem Smartphone dem Samsung Galaxy S3 läuft die App. Sie bietet auch eine Programmübersicht (EPG). Für die Wiedergabe auf WLAN Geräten ist eine gute WLAN-Verbindung Voraussetzung, um ein ruckelfreies Filmvergnügen zu genießen.

Am PC nutze ich für die Wiedergabe des Streams den VLC Media Player. Allerdings hat man da keine Programmübersicht in der man Blättern kann. Um einen Sender abzuspielen, muss man die genaue Netzwerkadresse des Senders von TELESTAR DIGIBIT R1 als Netzwerkstream aufrufen. Hierzu gibt man die IP-Adresse gefolgt vom Programmpfad an. Bei mir liegt zum Beispiel der Sender Pro7 auf dem Kanal 9. Der Aufruf lautet dann: „http://192.168.18x.xx/mediadb/9“. Die Kanäle muss man einfach durchprobieren. Ich habe mir eine Senderliste als Excel-Datei erstellt und kann so schnell nachsehen. Auf dem PC läuft die Wiedergabe absolut ruckelfrei, auch bei FullHD Streams.

Soweit bin ich mit dem TELESTAR DIGIBIT R1 zufrieden. Der SAT-to-IP Router arbeitet prima. Für das Synology NAS DS2014play gibt es eine Erweiterungssoftware „DVB Logic/Link“. Diese SAT-2-IP Software ist derzeit allerdings noch nicht als SAT>IP Software zertifiziert. Ich habe diese DVB Logic/Link dem NAS installiert. Erste Tests laufen. Dazu in einem späteren Beitrag dann mehr.

DVB Streaming via Synology NAS DS214play

Unser DS214play NAS im Heimnetzwerk unterstützt laut Hersteller Synology das DVB-T und DVB-S Recording und Streaming. Hierzu schließt man an eine USB Schnittstelle einen DVB Tuner an. Im Dezember letzten Jahres habe ich das NAS installiert und mir von Hauppauge den DVB-T Stick WinTV DUAL DVB-T TUNER (Model 1172) besorgt. Dieser ist laut Synology 100% Kompatibel.

Hauppauge DVB-T und DVB-S EmpfängerDie Erstinstallation des DBV-T Sticks war unkompliziert. Einstecken, Videostation auf dem NAS starten und den Sendersuchlauf starten. 8 Sender wurden gefunden. Der Livestream wird über den VLC Mediaplayer am PC ausgegeben. Ich habe dann zum Test eine Aufnahme programmiert und abgewartet. Die Aufnahme hat funktioniert und ich habe dann eine Serienaufnahme für die nächsten Tage angelegt.

Als ich ein paar Tage später mir die Aufnahmen ansehen wollte, waren diese nicht da. Das NAS hat auch den Hauppauge DVB-T Stick nicht mehr angezeigt. Ein Sendersuchlauf war ebenfalls erfolglos. Ein Neustart des NAS hat abhilfe geschaffen. Der Stick wurde wieder erkannt.

Weitere Tage später melde ich mich erneut am NAS an und der Hauppauge Stick wurde wieder nicht angezeigt. Ein Neustart hat diesmal nicht geholfen. Kurzum hatte ich den Hauppauge WinTV Stick am Notebook installiert, um zu prüfen ob er in Ordnung ist. Auf dem Notebook lief der Stick einwandfrei. Es wurde sogar mehr Sender gefunden.

Das erneute Anschließen an das NAS hat auch kein Erfolg gebracht. Der Stick wurde nicht mehr erkannt. Einige Tage später gab es ein Firmware für das Synology NAS. Nach dem Update und dem Reboot wurde der Hauppauge DVB-T Stick wieder erkannt. Ich konnte wieder Aufnahmen machen. Allerdings nur etwa 2 Tage. Der Stick war wieder nicht verfügbar. So ging das jetzt eine ganze Weile immer wieder Reboot etc. Manchmal hat es geklappt, manchmal nicht.

Vor zwei Wochen habe an meiner SAT-Anlage das Twin-LNB durch ein Quad-LNB ausgetauscht und mit den DVB-S Empfänger Hauppauge WinTV Nova-HD-USB 2.0 TV-Karte DVB-S/DVB-S2 (Model 1406) besorgt. Ebenfalls eine Empfehlung von Synology.

Am Notebook läuft der DVB-S Empfänger einwandfrei. Am DS214play NAS wird der Empfänger nicht erkannt. Ich bin enttäuscht. Das hatte ich mir besser vorgestellt.

Zusammenfassend kann ich festhalten, dass das Synology DS2014play NAS mit den empfohlenen DVB-Komponenten nicht zufriedenstellend zusammenarbeitet. Permanent Ausfälle oder die Hardware wird nicht erkannt. Das DVB Streaming über die DS214play ist noch nicht ausgereift. Die anderen NAS Funktionen arbeiten hingegen einwandfrei.

Für meine Idee, IPTV im Netzwerk zu nutzen, muss ich mir jetzt was anderen überlegen.

Ein NAS für das Heimnetzwerk

Die Fritz!Box 7390 ist bei uns das Herzstück für das Heimnetzwerk. Die Fritz!Box managed die Internetverbindung zum skyDSL-Modem, die komplette Telekommunikation und dient mit einer extern angeschlossenen 500GB USB als zentrale Datenablage und Medienserver (für Musik und Filme). Die Fritz!Box ist schon ein tolles Gerät. Als Eierlegende-Wollmichsau stößt sie aber auch an ihre Grenzen. Die Datentransferrate bei Fritz!NAS liegt zwischen 3,5 und 4 Megabyte pro Sekunde. Für das Streamen von Filmen und MP3-Dateien reicht das aus. Für das gelegentliche Kopieren von Dateien aus dem Netzwerk auf die externe Platte und umgekehrt auch. Muss man öfters Daten kopieren, ist die langsame Datentransferrate nervig, es dauert einfach lange.

Unser Heimnetzwerk hat nun Zuwachs bekommen. Ein eigenständiges, ausgewachsenes und vollwertiges NAS (Network Attached Storage). Vor der Anschaffung des NAS habe ich mir überlegt, was der Netzwerkspeicher alles können muss. Meine Kriterien:

  • Ordentliche Datentransferrate im Netzwerk
  • Medienserver (UPnP AV) für Bilder, Filme und Musik
  • RAID Unterstützung für permanente Spiegelung als Backup
  • Printserver Unterstützung (für später mal)
  • Modulare Anpassung/Erweiterung durch Programme und Tools
  • Webcam und Videokamera Management
  • Download-Manager für automatisierte und zeitgesteuerte Downloads (wg. skyDSL)
  • DVB-T / DBV-S Recording und Streaming
  • Rechtemanagement
  • Fernzugriff von außen
  • Energiesparbetrieb
  • ansonsten die üblichen NAS-Funktionen

NAS-Erfahrung hatte ich bisher mit Netzwerkspeicher von Buffalo und Netgear gemacht. Bei meiner Recherche bin ich auch auf die Lösungsanbieter Qnap und Synology gestoßen. Dann das übliche, Leistungsdaten, Features und Preise vergleichen. Meine Wahl ist auf das NAS Synology DS214play gefallen. Es kostet mit knapp 300 Euro allerdings auch etwas. Die Festplatten sind bei diesem Preis noch nicht mit dabei und müssen separat gekauft werden. Da die Funktionsvielfalt passt und alle meine Kriterien erfüllt werden, habe ich es gekauft. Als Festplatten kommen zwei Western Digital NAS (Red) Platten mit jeweils 3TB zum Einsatz.

Das Synology NAS DS214play ist mein erstes NAS von Synology. Von dem Zusammenbau und der Ersteinrichtung bin ich absolut begeistert. 3,5“ Festplatten können ohne Werkzeug binnen Sekunden eingebaut werden. Den Netzwerkspeicher dann in den Netzwerkschrank stellen, anschließen und Power-Knopf drücken. Die Initialisierung dauert nur Sekunden und schon kann mal über den Rechner auf die Weboberfläche der Diskstation zugreifen. Ein Assistent führt durch die einzelnen Punkte durch und in wenigen Minuten ist das NAS einsatzbereit. Genial, so einfach habe ich das bisher noch nicht erlebt.

Als erste Handlung habe ich dann den Medienserver des NAS aktiviert und meine MP3-Sammlung auf das NAS kopiert. Das NAS DS214play indiziert die Dateien on the Fly und die Musiksammlung stand sofort auf den UPnP-fähigen Clients (Smart-TV, Smartphone, Tablet und Co) zur Verfügung.

Über das Paketzentrum des DS214play kann man sich eine Vielzahl an Erweiterungen auf sein NAS installieren. Da gibt echt eine Menge. Als Nächstes habe ich das Paket „Video Station“ installiert. Die Video Station ist für das Managen von Filmen, TV-Serien, Privatvideos und TV-Aufnahmen (via USB DTV Dongle) konzipiert. Nachdem ich ein Film auf das NAS in den entsprechenden Ordner kopiert habe, wurde dieser automatisch indiziert. Zugleich wurde ein Cover und die komplette Beschreibung zu dem Film samt Darsteller-Liste etc. selbständig aus dem Internet geladen und dazu eingepflegt. Klasse, einfach Video Datei kopieren, den Rest macht die Diskstation.

In den nächsten Tagen werde ich das Streamen von Live-TV testen. Als USB-DVB Stick habe ich mir dafür von Hauppauge den Dual DVB-T Stick WinTV Nova-TD besorgt.